Das Leaky-Gut-Syndrom - Ursache von zahlreichen Erkrankungen nicht nur im Darm.

Wenn das Immunsystem verrückt spielt und sich plötzlich in Form von Allergien gegen alltägliche Dinge wie Pollen oder Tierhaare wendet, liegt die Ursache neuesten Forschungsergebnissen zufolge häufig im Darm. Auch zahlreiche andere, zum Teil schwerwiegende Erkrankungen gehen mit einer gestörten Darmflora einher.

Wie man aus aktuellen Studien weiß, weisen Allergiker und Menschen mit einem nicht ausreichend funktionierendem Immunsystem häufig eine veränderte Darmflora auf.

Heute weiß man, dass ganz wesentliche Steuerfunktionen des Immunsystems vom Darm ausgehen. Die dort befindliche Bakterienflora spielt eine wichtige Rolle im täglichen Spannungsfeld zwischen Krankheitserregern und Immunsystem.

Häufig ist die Darmbesiedlung mit den "guten" Bakterien teilweise zerstört oder es haben eher "schlechte" Bakterien die Plätze der ursprünglichen Bakterienflora eingenommen. Die Folge ist das was Forscher seit kurzem das "Leaky Gut Syndrom" nennen. Die natürliche Barriere des Darmes ist löchrig geworden. Stoffe, die die Darmwand im Normalfall nicht passieren dürfen, haben dann den den Weg frei in unseren Körper. Das Immunsystem reagiert darauf mit einem allgemeinen Alarmzustand. Entzündungsbotenstoffe werden ausgeschüttet. Im Zuge dessen kommt es dann häufig zu Abwehrreaktionen gegen eigentlich nicht krankmachende Moleküle. Das ist der Beginn der Allergie.

Unser Immunsystem richtet sich aufgrund des Leaky Gut im ungünstigsten Fall auch gegen körpereigene Strukturen. Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose oder Rheuma können dann beispielsweise die Folge sein. Aktuellen Studien zufolge, gehen zahlreiche Autoimmunerkrankungen mit einem Leaky Gut Syndrom einher. Schon Anfang der 1980er Jahre konnten Forscher nachweisen, dass Rheumapatienten und solche mit einem Morbus Bechterew eine im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich erhöhte Darmdurchlässigkeit aufwiesen. Ähnliche Studien gibt es im Zusammenhang mit Parkinson, Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis, dem chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS) und dem sogenannten Reizdarm-Syndrom.

Bei vielen weiteren Erkrankungen und vor allem bei zahlreichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie, Laktose-Intoleranz, Fruktose-Intolerenz und Histamin-Intoleranz sind Zusammenhänge mit einem durchlässigen Darm bekannt.

Selbst psychische Leiden sowie Adipositas stehen im Verdacht mit einem Leaky Gut Syndrom einher zu gehen.

Doch was sind die Ursachen?

Ohne an dieser Stelle zu weit auszuholen, sind hier vor allem Ernährungsfehler (beispielsweise zu viel Zucker und Weißmehl, zu wenige Ballaststoffe), Medikamente (vor allem Antibiotika und Zytostatika), Alkohol und Rauchen zu nennen.

Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass insbesondere der Einsatz von modernen Makrolid-Antibiotika (z.B. Azithromycin) die Darmflora nachhaltig schädigen kann. Selbst nach zwei Jahren war bei Patienten nach einer Makrolid-Therapie die Darmflora noch geschädigt.

Bei Patienten, die nach einer Chemotherapie und eigentlich überstandener Krebserkrankung Schwierigkeiten bei der Gewichtszunahme haben, sollten ebenfalls über eine Darmsanierung nachdenken. Durch den massiven Einsatz von zelltoxischen Medikamenten werden im Zuge der Chemotherapie nicht nur die Krebszellen, sondern auch leider ein Großteil der wichtigen Darmbakterien zerstört. Die Darmflora kann sich dann häufig auch nach absetzen der Medikamente nicht oder nur sehr langsam wieder erholen.

Wie kann eine defekte Darmflora und ein Leaky Gut Syndrom diagnostiziert werden?

Die Zusammensetzung der Darmbakterien lässt sich heute sehr zuverlässig anhand von Stuhlproben analysieren. Zusätzliche Untersuchungen des Urins können Anhaltspunkte darüber geben, ob bestimmte Stoffe nicht, in zu starkem Maße oder zu wenig resorbiert werden. Das wichtigste Element ist hier jedoch das klinische Bild, also welche Symptome Sie in der Vergangenheit hatten und aktuell haben. Das Gesamtbild führt dann zur Beurteilung der individuellen Situation und zur Diagnose. Häufig empfiehlt es sich die relativ kostengünstige Darmsanierungstherapie, die völlig Nebenwirkungsfrei ist einfach auszuprobieren, ehe man Unsummen in die Diagnostik investiert.

Und die Therapie?

Für eine erfolgreich durchgeführte Darmsanierung braucht es vor allem etwas Geduld. Eine aus dem Ruder gelaufene Darmbesiedlung ist leider nicht in kurzer Zeit therapierbar. Eine Darmsanierung fußt im wesentlichen auf drei Säulen: Eine einleitende Entgiftung des Darmes, der nachfolgenden Gabe der richtigen Bakterienkulturen über einen längeren Zeitraum sowie einer möglichst monatlichen Kontrolle der aktuellen Situation und Entwicklung durch den Therapeuten.

Und nun?

Wenn Sie an einer der oben genannten Gesundheitsstörungen leiden oder aus einem anderen Grund eine vorliegende Störung Ihrer Darmfunktion vermuten, vereinbaren Sie einfach einen Termin in unserer Praxis in Frankfurt / Westend. In einem orientierenden Gespräch kann dann der Weg von der Diagnose über die Kontrolle bis hin zur Genesung besprochen werden.

Rechtlicher Hinweis: Ein Heilversprechen kann im Zuge der aufgeführten naturheilkundlichen Behandlungen nicht gegeben werden.

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Dr. rer. nat. Knut Eichstaedt - Heilpraktiker, Chiropraktiker, Dilpom-Akupunkteur (DGfAN)